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Im Gespräch mit…

…Nina Adolph, 26, Dipl. Ing., Mitglied bei AKO seit 2015.

Nina Adolph unterstützt AKO aktiv seit 2015. Schon kurz nach Eintritt laufen einige Bauvorhaben über Ihren Tisch. Sie unterstützt die „Bau-Herren“ bei der Planung und liefert alle Pläne in digitaler Form. Derzeit überplant sie den Neubau der Notaufnahme des Kibosho Hospital; nebenbei hat sie die Pläne für den 17. AKO-Kindergarten digitalisiert. Im September 2016 hat sie zum ersten mal unseren 2.Vorstand Hans Siemer nach Kibosho begleitet und sich ein eigenes Bild der Arbeit vor Ort gemacht. Nach Ihrer Rückkehr haben wir Sie nach Ihren Eindrücken befragt:

 

Nina, bitte erzähle uns zunächst etwas über Dich und Deine Motivation, dich bei AKO für humanitäre Unterstützung in Tansania zu engagieren.

Als ich im Kindesalter mitbekommen habe, dass in manchen Regionen der Erde nicht einmal die Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt sind, habe ich mir fest vorgenommen, etwas dagegen zu unternehmen. Ich wollte mich nicht irgendeiner fragwürdigen Organisation anschließen, sondern als Fachkraft im Namen eines Vereins, dessen Vorgehensweise ich guten Gewissens vertreten kann, etwas bewirken. Ende 2015 habe ich mein Architekturstudium abgeschlossen und unterstütze in meiner Freizeit den Aktionskreis in planungsrelevanten Angelegenheiten so gut es geht.

Bitte gib den Lesern ein paar Informationen über den Ort und Dauer Deines Aufenthaltes und Deine Aktivitäten dort.
Ich bin bereits seit längerem in die Planung der Notaufnahme des Kibosho Hospitals eingebunden. Um verlässliche Pläne anfertigen zu können und die Ausgangssituation und alle relevanten Zusammenhänge zu verstehen, war mein Aufenthalt in erster Linie der Bestandsaufnahme gewidmet. Da ich berufstätig bin, musste ich den Aufenthalt auf eine Woche komprimieren. Um die neue Notaufnahme bestmöglich zu organisieren und die Abläufe im bestehenden, an den Neubau angrenzenden OP-Gebäude zu verstehen, fand auch hier eine Bestandsaufnahme statt.
Zusätzlich wird dringend ein neues Wohngebäude für die Angestellten des Krankenhauses benötigt. Dieses befindet sich nun derzeit basierend auf die Bestandsaufnahme in Planung.

Wie zufrieden warst du mit Deiner Reise, Deinem Aufenthalt und Deiner Tätigkeit?
Von allem war ich positiv überrascht. Ich war erstaunt, welch großen Stellenwert und Einfluss der AKO in dieser Region hat. Viele AKO-Mitglieder sind eng mit Ärzten und anderen Angestellten des Krankenhauses befreundet, somit verging kaum ein Tag, an dem wir nicht abends zusammen saßen.

Freundliche Gesichter ...

Freundliche Gesichter …

Wo siehst Du Verbesserungspotenzial, was könnte man anders machen?
Sehr zu empfehlen ist zumindest einen Grundwortschatz an Swahili zu kennen…

Hast Du Sie ein paar gute Sightseeing-/Reise-/Restaurant-Tipps für andere Tansania-Tätige?
Leider kann ich mit Sightseeing- oder Restaurant-Tipps nicht dienen. Was ich aber definitiv empfehlen kann, ist ein Besuch in den etwas abseits liegenden Dörfern (um das Kibosho Hospital). Hier lohnt sich dann das Swahili erst recht.

Was hat Dich persönlich am meisten beeindruckt?
Die Gastfreundlichkeit und Dankbarkeit der Menschen vor Ort ist enorm. Dadurch wird man sehr in seiner Arbeit bestärkt. Außerdem finde ich es essentiell, dass der AKO mit Tansaniern zusammenarbeitet und somit für die Nachhaltigkeit der Projekte sorgt.

Über was wirst du jetzt, wo du wieder zuhause bist, Deinen Freunden und Bekannten berichten?
Die Gastfreundlichkeit der Tansanier, dass die Arbeit des AKO in meinen Augen wirklich erwartungsgemäß nachhaltig und bedeutungsvoll ist, und leider auch über die Armut der Menschen dort.

Nina, gab es ein herausragendes Erlebnis/Abenteuer auf Deiner Reise?
Zwar etwas unspektakulär, aber als ich mit Tommy, dem Elektriker des Krankenhauses vom Nachbardorf wieder zurück zum Krankenhaus ging, kam uns eine ältere Frau entgegen. Als sie fragte, wer ich bin und was ich dort mache, erzählte ihr Tommy dass ich für den AKO tätig bin und derzeit die neue Notaufnahme plane. Daraufhin nahm sie meine Hand und sagte dass sie mich für meinen Einsatz liebt und die Einwohner sehr dankbar sind für unsere wichtige Arbeit.

Tommy, der Elektriker des Hospitals

Tommy, der Elektriker des Hospitals

Tansania bedeutet eine Begegnung mit anderen Kulturen, Religionen, Traditionen und Sichtweisen. Wieder zurück in Deutschland, da fällt Dir doch sicher etwas hierzu ein? 
Sehr interessant ist die Herangehensweise an Probleme. Funktioniert etwas nicht mehr, versucht man in der Regel nicht, es zu reparieren, sondern man lernt zunächst ohne es zu leben.
Was ich allerdings auch – besonders wieder zuhause – gelernt habe, ist die meist arrogante Sichtweise der Europäer den Tansaniern gegenüber. Auch wenn wir durch Reisen den direkten Vergleich unserer Kulturen haben und die afrikanische meist als Rückständig sehen, sollten wir diese Meinung manchmal hinterfragen. Fortschritt braucht Zeit. Außerdem sollten wir uns fragen, ob unsere heutige Entwicklung dort überhaupt in diesem Ausmaß möglich und sinnvoll wäre. Eine Deckung der Grundbedürfnisse ist natürlich unabdingbar.

Nina, hast du schon Wünsche oder Pläne für deinen nächsten Einsatz in Tansania?
Ich erwarte mir durch die Erfahrungen dieses Aufenthalts die Projektabwicklung und vielleicht schon die Ausführung des Unterkunftsgebäudes für die Mitarbeiter des Krankenhauses beim nächsten Einsatz besser einschätzen und koordinieren zu können.
Außerdem werde ich mit Sicherheit noch mit der Notaufnahme beschäftigt sein.Bis dahin will ich mich sprachlich weiterbilden…und eines Tages den Kilimanjaro besteigen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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