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Kibosho School of Nursing – 703

Projektvorstellung, Beginn November 2020

Der Mangel an medizinischem Personal in Tansania ist eklatant und systemimmanent. In dieser
Mangelsituation entsteht ein Phänomen, das die Zahl ausgebildeten aber trotzdem arbeitslosen
medizinischen Personales wächst. Ursache ist das von Seiten der Regierung überwiegend
geforderte Ausbildungsniveau von Level 6 für die Besetzung freier Stellen, solche Absolventen
aber seltener sind, das sie sich die komplette Ausbildung nicht leisten konnten und somit nur
Abschlüsse < Level 6 vorweisen können.
Ziel des Projektes ist es, anhand eines eng definierten Einzugsgebietes zu zeigen, dass durch
geplante, mit Behörden koordinierte und über Anreize/ Verpflichtung gesteuerte Fortbildung von
Nurses eine flächendeckende Deckung des Bedarfes an Nurses erreicht werden kann, die dann
auch selbstständig aufrechterhalten werden kann.
In Absprache mit der Catholic Diocese of Moshi, der Betreiberin von Hospitals, Health-Centern
und Dispensaries (FBO(=faith based organisations) or governmental) wird ein Stipendiaten
Modell (Auswahlkriterien, Zahlungsmodus, Vertrags- und rechtl Aspekte) erarbeitet. Der
Stellenbedarf ausgewählter Hospitals, Health Center oder Dispensaries wird ermittelt, mit dem
Ziel, flächendeckend wirksam besetzen zu können.
Es wird ein Stipendiaten-Programm angeboten, das School Fee, Auskommen und Unterkunft
eines geeigneten Kandidaten/ einer Kandidatin für den Zeitraum der Ausbildung sicherstellen.
Die Upgrading-Fortbildung geschieht im Block innerhalb eines Schuljahres in zwei Semestern an
der Kibosho School of Nursing (KSN). Die Absolventen hospitieren in dieser Zeit am
benachbarten Kibosho Hospital, um zu üben, das Gelernte praktisch anzuwenden.
Nach erfolgreicher Absolvierung des Studienganges werden die Nurses in ein
Angestelltenverhältnis übernommen.
Ziel des Stipendiaten-System ist es, eine Bindung der Absolventen an den ländlichen Distrikt zu
schaffen. Nach bis zu drei Jahren Ausbildung und Arbeit soll die Wahrscheinlichkeit steigen, dass
eine Bindung an die medizinische Einrichtung entsteht und die Stipendiatin/ der Stipendiat sich
im Idealfall familiär in der Gegend verwurzeln, sofern sie es noch nicht sind. Damit soll dem
Brain-Drain in die urbanen Zentren entgegenwirkt werden.
Die medizinische Versorgung des Distrikts wird nachhaltiger und langfristiger, da Menschen mit
lokaler Bindung weniger häufig abwandern.

Die Else Kröner Fresenius Stiftung aus Bad Homburg unterstützt zwei Jahrgänge a 40 Nurses mit einem Stipendium für das Upgrading Studium. 

Bedarfsbegründung des Projektes
Die Wachstumsrate der Ausbildung (‘Produktion’) von Nurses in Tansania liegt bei ca. 6% p.a.,
die Wachstumsrate der Bevölkerung aber auch bei fast 3%. Deswegen bleibt die
Versorgungslage mit medizinischem Personal auf einem der niedrigsten Niveaus auf der Welt.
Laut WHO hatte Tansania 5,8 Nurses and Midwives pro 10.000 Einwohner 201, Kenia kommt
2018 auf 11,6 Nurses/ 10.000 Einw.. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass Kenia, bei leicht
kleinerer Einwohnerzahl, ca. 59.900 Nurses hat, Tanzania hat 31.940. Es fehlen in Tanzania also
ca. 28.000 Nurses, um die Lücke zu schließen und auf das- immer noch niedrige- Niveau von
Kenia zu kommen. Um diese Quote dann bei einem Bevölkerungswachstum von ca. 1,5 Mio
Menschen p.a. zu halten, muss Tanzania jährlich 150 x 11,6 = 1760 zusätzliche Nurses ausbilden
(Zahlen über ausscheidende Nurses nicht berücksichtigt, weil nicht vorhanden). Die benötigte
Anzahl an Nurses ist groß, aber es ist nicht unmöglich, sie zu erreichen. Zur Einordnung der
Dimensionen sei noch folgender Vergleich genannt: 2017 arbeiten in Deutschland 1.094.000
Nurses oder 132,3/ 10.000 Einwohnern, also die ca. 26-fache Anzahl. Siehe auch C_Anlage 1:
Tabelle Nurses/ Population; Quelle 4_WHO und Quelle 3_Worldbank)
Trotz eines Wirtschaftswachstums >6% über die letzten 10 Jahre betrachtet bleibt Tansania unter
den 30 ärmsten Ländern der Welt, denn die absolute Zahl der “armen” Menschen steigt, weil das
Bevölkerungswachstum wesentlich zu hoch ist. Statistisch betrachtet sinkt die Armutsrate zwar,
aber die Zahl der “Armen” steigt absolut.
Seit Gründung unseres Vereines 1987 ist die Bevölkerung Tansanias von 23 auf heute 57 Mio.
Menschen gewachsen. Somit bleibt der Versorgungsgrad trotz aller Anstrengungen auf einem
prekären Niveau, im Schnitt verfügt Tanzania nur über ein Zehntel des medizinischen
Versorgungsniveaus Südafrikas.
Verschärft wird das Problem durch eine Fehlallokation des vorhandenen medizinischen
Personals: bei extremer Knappheit an Fachpersonal befinden wir uns in einem
Arbeitnehmermarkt, d.h. die ausgebildeten Arbeitnehmer können die attraktivsten Arbeitgeber
und Arbeitsorte auswählen. In unterentwickelten Länder sind das in der Regel staatliche
Arbeitgeber (Verwaltung, und Einrichtungen in urbanen Zentren). In Tansania kommt
erschwerend hinzu, dass die wesentlichen besseren Verdienstmöglichkeiten im Nachbarland
Kenia (Faktor 2-3) oder im etwas entfernteren Südafrika (bis zu Faktor 6) einen weiteren Sog
entwickeln .

Die Kibosho School of Nursing
Die “Kibosho School of Nursing” ( http://ksn.ac.tz/gallery/ ) wurde vor mehr als 20 Jahren mit
Unterstützung von AKO ins Leben gerufen. Heute studieren in der staatlich anerkannten Schule
ca. 300 Studierende in Unterrichtsräumen, einer Bibliothek, Schlafräumen, Mensa.
Kontrolle der KSN:
Der KSN steht ein “Governing Board” vor, das aus 14 Mitgliedern besteht. Aus diesen Mitgliedern
bilden 7 Mitglieder ein “Financial small Board committee”. Letzteres tagt quartalsweise, ersteres
zweimal pro Jahr. Die Principal der KSN muss hier über die Mittelverwendung berichten.
Inhaltlich überwacht wird die KSN von “THE NATIONAL COUNCIL FOR TECHNICAL
EDUCATION (NACTE)”. Die KSN wird einmal jährlich von einem Team der NACTE evaluiert.
Zusätzlich wird die KSN jährlich von einem kircheninternen Team auditiert. 

Curriculum und Ausbildung:
Dem upgrading Diploma Level 6 liegt ein von der NACTE vorgeschriebenes Curriculum
zugrunde. 
Der Unterricht wechselt zwischen theoretischem und praktischem Unterricht. Letzterer finde an
dem benachbarten Kibosho Hospital statt.
Das Kibosho Hospital wird seit mehr als 30 Jahren u.a. von AKO unterstützt und wuchs in dieser
Zeit von einer Krankenstation zu einem Hospital, das ca. 6.000 Patienten stationär und ca.
60.000 Patienten p.a. ambulant versorgt.

 

Materialausgabe-Group-one-2021
KSN-EKFS-Group-One032021