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Weihnachten und der Jahreswechsel

Liebe Freunde und Unterstützer,

Weihnachten und der Jahreswechsel rücken immer näher. Die Pandemie hat unser Leben verändert und in der Folge unser Verhalten. Viele sind genervt von der Dauerschleife, den Inzidenzen und Impf-Diskussionen um sie herum.

Und allmählich müssen wir uns eingestehen, dass nicht alles wieder so wird, wie es einmal war. Wir werden uns anpassen müssen. Eigentlich ein Wesenszug des Menschen. Es ist auch keine Frage mehr, wann der Wandel beginnt, wir sind schon mittendrin. 

Aber stimmt das denn? Müssen wir den Wandel geschehen lassen? Oder ist es möglich, die Veränderungen aktiv mitzugestalten?  

Hierzu möchte ich Ihnen von einer Begegnung beim Einkaufen berichten. Sie ist nicht wesentlich, hat mich aber zum Nachdenken gebracht und zeigt, wie viel auch kleine Gesten bewirken. Aber von Anfang an: Letzte Woche musste ich geschwind noch zum ALDI. Zwei, drei Kleinigkeiten besorgen fürs Mittagessen, dann schnell die Tochter von der Schule einsammeln. Also: hin, Maske auf, checken, ob ich heute wegen der Corona-Regeln einen Einkaufswagen brauche. Aktuell ist wohl keiner nötig, so dass ich mit meinem Einkaufskorb beladen hineinspaziere. Aus den paar Kleinigkeiten ist natürlich – wer kennt es nicht – ein rappelvoller Korb geworden, mit dem ich mich, immer schön auf den Abstand bedacht, Richtung Kasse schlängele. Schon etwas spät, stelle ich fest. Um die Ecke sehe ich 2 Schlangen vor der Kasse, alle Menschen natürlich mit Maske und voller Ungeduld. Haben die Menschen früher auf immer so trübsinnig dreingeblickt, denke ich? Oder liegt das nur an den Masken, die jede Art der Mimik verbergen. Wie sieht es eigentlich aus, wenn jemand mit Maske lächelt? Diese Gedanken mache ich mir, während ich mich schweigend einreihe. 

Aus den Augenwinkeln betrachte ich den älteren Mann vor mir, er ist ein wenig beleibt, trägt saubere Kleidung, Jogginghose und atmet etwas schwer hinter seiner FFP-Maske. Sein Wagen ist leider rappelvoll. Er ist in Begleitung einer Dame, vielleicht seine Tochter. Ich schwanke noch und überlege die Spur zu wechseln, da tringt eine klare Stimme zu mir durch: „Mein Herr, bitte gehen Sie doch vor. Da müssen Sie nicht so lange warten. Sie haben ja nur ein paar Sachen.” Es ist der ältere Herr vor mir in der Schlange. Er sagt nicht etwa, „weil Sie es sicher eilig haben.” Er weiß ja auch nichts von meiner Eile. Nein, er sagt nur, „dass Sie nicht lange warten müssen”.

“Danke, das ist sehr nett”, entgegne ich fast ein wenig überrumpelt, “denn ich muss gleich noch meine Tochter abholen”. Ich trete vor ihn, packe meine Habseligkeiten aufs Band und bedanke mich. “Das ist doch kein Problem, Sie haben doch nur wenig,” erwidert er mit seiner festen, gut hörbaren Stimme. Die Kassiererin ist schnell, ich zahle, packe meine Sachen. Im Gehen höre ich seine angenehme, deutliche Stimme noch einmal: “Guten Morgen Frau Kassiererin, das ist ja schön, dass gerade Sie heute hier sitzen. Das freut mich. Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen.” Lächelnd gehe ich hinaus. Ich bin sicher, viele in den Schlangen schmunzeln, genauso wie die Kassiererin auch. “Beeindruckend.”, denke ich. Mit wenigen Worten hat der Mann die Stimmung im Geschäft völlig verändert, einfach, indem er zugewandt und freundlich war. Aus einer anonymen Menge von Masken hat er ein Häufchen lächelnder Komplizen gemacht.

Der ältere Herr geht mir nicht aus dem Sinn. Mit einer kleinen Geste, hat er die Stimmung des ein oder anderen verbessert, seine eigene vielleicht auch. Zugewandtheit und Liebenswürdigkeit funktionieren auch in schweren Zeiten von großem Abstand zwischen Menschen. Man muss nur anfangen damit, anfangen gütig und freundlich zu sein. Jeder bei sich: Ich werde es versuchen, nehme ich mir noch am selben Abend vor. 

Sie alle die AKO als Mitglieder, Helfer, Spender oder Freunde unterstützen wenden sich anderen Menschen zu. Genauso tun es Millionen andere Bundesbürger. Ich habe gelesen, dass mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland sich sozial engagieren, sei es im Großen oder ganz Kleinen, selten oder häufig. Wir sind soziale Wesen, wir sind aufeinander angewiesen und wir leben gut damit, aufeinander zu achten und Rücksicht zu nehmen. Ich wünsche uns allen, dass wir den kommenden Wandel nicht hinnehmen, sondern gestalten, indem wir uns diese Zuwendungsbereitschaft bewahren.  

Ich war in diesem Jahr zweimal in unserem Projektgebiet. Ich darf Ihnen berichten, dass die, in der schwierigen Zeit fortgesetzte Zuwendung von AKO, sehr dankbar registriert worden ist. Die Dankesbekundungen gingen von “die Masken haben Leben gerettet” bis zu “wir hätten die Nursing School schließen müssen” … Ich wehre den Dank immer ab und verweise auf die vielen Helfer und Unterstützer und darauf, dass ich den Dank weitergeben werde. Dies tue ich hiermit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des Vorstand-Teams, Hans Siemer eingeschlossen, gesegnete Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch. Bleiben Sie unserer Sache gewogen, bleiben Sie gesund und bleiben Sie zugewandt.

Mit herzlichen, weihnachtlichen Grüßen

Ruben Wend


Rückblick und Fortgang der Projekte 2021:

Neben vielen laufenden Projekten ist der Brunnenbau in der Gemeinde Chooka realisiert worden. Durch ihn können künftig neben der Dispensary (Krankenstation), der Schule mit 200 Schülern auch etwa 180 Familien – eine Masaai-Familie hat bis zu 50 Angehörige – mit Wasser versorgt werden. Bislang mussten diese Familien bis zu 60 km überwinden, um Trinkwasser für die Familie zu beschaffen. Dafür zuständig sind die Frauen und Kinder.

In der zugehörigen Grundschule finanzierte, plante und organisierte AKO den Ausbau von Sanitäranlagen für 400 Schüler. Diese waren in einem so desolaten, unhygienischen Zustand, dass sie dringend erneuert und erweitert werden müssen. Dafür muss die fragile Wasserversorgung sichergestellt werden, wofür Wasserleitungen repariert und eine Kläranlage gebaut wurde. Dies stellt künftig neben Schule und Kindergarten auch die Versorgung von 130 Familien in der Region sicher.

Auch im Kibosho Hospital geht es voran: Neben umfangreichen Renovierungsmaßnahmen, unter anderem der Personalwohnungen und Studentenunterkünften ist die neue Zentralsterilisation in Betrieb gegangen. Die Sterilisation ist hochmodern und wurde aus Deutschland nach Tansania gebracht.