![]() |
Ausbildung - Handwerkerschule Leguruki
|
Eine solide Berufsausbildung ist gerade in Tansania die notwendige Basis für Arbeit, Sesshaftigkeit, Existenzsicherheit und ein gewisses Maß an Lebensqualität. 1972 wurde durch Pfarrer Klaus-Peter Kiesel aus Kempten die Handwerkerschule Leguruki gegründet, die im November 1984 vom damaligen Staatspräsidenten Nyerere eröffnet wurde. Die Handwerkerschule ist im Besitz und unter der Verantwortung der ELCT, der Ev. Luth. Kirche in Tanzania. Die Schule befindet im dem zur Region Arusha gehörenden Distrikt Meru und liegt verkehrsmäßig günstig nördlich der Nationalstrasse zwischen Arusha und Moshi, etwa 70 km von Kibosho entfernt, wo der Aktionskreis Ostafrika das Kibosho Hospital betreut und seine Werkstätten und Lager hat. Die Schule ist von der Nationalstrasse aus ab Malula über King'ori auf 13 km Sandpiste gut zu erreichen und liegt im Einzugsgebiet eines großen landwirtschaftlichen Siedlungsraumes. Ein Teil des Schulgeländes ist mit Bäumen bestanden und gut geeignet für den Anbau von Mais, Bohnen und Bananen zur Eigenversorgung. Die Schule soll die Chance junger Menschen durch eine sinnvolle Berufsausbildung verbessern, sie hat eine Ausbildungskapazität für bis zu 320 Schüler; davon ca. 180 als Internatsschüler. Bislang wurden dort Schreiner, Maurer, Elektriker, Automechaniker, Metallbearbeiter und Hauswirtschafterinnen in jeweils dreijährigen Kursen ausgebildet. Bis Ende 1999 haben dort insgesamt ca. 1200 Schüler, darunter ca. 160 Mädchen, ihre Ausbildung abgeschlossen und ein Zeugnis erhalten. Durch gravierende finanzielle Engpässe konnte die Schule in den vergangenen Jahren ihre Aufgaben nicht mehr in der erforderlichen Weise durchführen. Ausrüstungsgegenstände, Werkzeuge, Werkmaterialien und Geld sind Mangelware. Auch die sehr wichtige Fortbildung der Lehrkräfte und die Unterstützung mittelloser aber talentierter Schüler konnte mangels finanzieller Mittel nicht mehr erfolgen. Durch die anhaltende Verarmung des Landes konnten sich immer weniger Einheimische das Schulgeld leisten, die Schülerzahlen waren deshalb in den vergangenen Jahren stark rückläufig. Das Schulgeld ist aber ein wichtiger Beitrag zur Finanzierung der Schule. So litt auch die Bezahlung der Lehrer, dies führte zu einem Qualitätsverlust bei der Ausbildung. Der Aktionskreis Ostafrika hat die Aufgabe übernommen, diesen Kreis zu durchbrechen. Vertreter des Aktionskreises und von Rotary Clubs haben die Handwerkerschule Leguruki im Januar 1999 besichtigt und mit den Verantwortlichen der Schule, mit Bischof Paulo Akyoo der Meru Diözese, dem Commissioner (Minister Präsident) der Arusha Region Daniel Ole Nyoola und Vertretern der umliegenden Gemeinden über die Fortführung der Schule beraten und Hilfsmassnahmen zugesagt. Die Schule wurde inzwischen mit weiterem Lehrmaterial, Werkzeugen, Maschinen ausgestattet und Geldmittel zugeführt. Sogar ein Funk-Email-Anschluss wurde installiert, um laufend Kontakt halten zu können, weil es in Leguruki kein Telefon oder Fax gibt. Fachleute vom Senior Experten Service SES, Bonn, bringen gemeinsam mit den Lehrern und unter Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten die aktuellen Lehrpläne auf einen neuen Stand. Die Fortbildungskurse der SES Experten richten sich an Schüler der Abschlussklassen, an Lehrer und an interessierte Handwerker der Region. Für die Zukunft ist geplant, auf der Basis von Bedarfsstudien Zug um Zug auch Ausbildungsberufe einzuführen, die besonders Mädchen, aber auch jungen Männern eine bedarfsorientierte moderne Ausbildung ermöglichen, und so die Chancen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen verbessern. Um gerade den ärmeren Bevölkerungsschichten den Schulbesuch zu ermöglichen, wurde ein Stipendiensystem eingerichtet, das der Rotary Club Ulm großzügig unterstützt hat. Vom AKO bevollmächtigte Personen prüfen vor Ort Eignung und Bedürftigkeit der Bewerber und entscheiden über die Vergabe von Stipendien für jeweils ein Schuljahr mit einer Option auf Verlängerung, wenn die Kriterien dafür weiterhin gelten. Es ist das Ziel unserer Arbeit, dass die Handwerkerschule Leguruki in einem überschaubaren Zeitraum durch diverse Maßnahmen von finanzieller Unterstützung weitgehend unabhängig wird und die Begleitung des AKO auf Verbesserung der Ausbildungsqualität, die Vergabe von Stipendien und die Modernisierung der Ausrüstung und Anlagen konzentriert werden kann. Mehr zu diesem Thema finden Sie auch unter www.leguruki.de . |
|