Energie, Umwelt - Biogas

Biogas entsteht bereits beim natürlichen Faulvorgang (Fermentationsprozess), bei dem Fäulnisbakterien organisches Material zersetzen.

Die natürlichen Prozessbedingungen sind technisch relativ einfach und mit vergleichsweise geringem technischen Aufwand nachzubilden. Im Faulraum (Digester) läuft der Prozess praktisch automatisch ab, wenn er die richtige Architektur besitzt, die Temperaturen stimmen, und regelmäßig neues Gärmaterial zugeführt wird. Biogasanlagen brauchen keine mechanischen oder elektrischen Komponenten und arbeiten daher praktisch wartungsfrei. Die Biogasgewinnung ist eine moderne, ökologische und preiswerte Technologie und eine der billigsten Energiequellen für Entwicklungsländer.

Chemisch besteht Biogas aus über 62% brennbarem Methan (CH4), um 35% Kohlendioxid (CO2) sowie 2 bis 3% Schwefelwasserstoff (H2S). Der verbleibende Feststoffrückstand ist fast bakterienfrei und sehr fruchtbar. Dieser sogenannte Faulschlamm kann in den umliegenden Pflanzungen zur Düngung, das geklärte Abwasser zur Bewässerung verwendet werden.

Für unser Projekt in Kibosho wurde eine Festdomanlage mit 50 cbm Inhalt und einer Faulschlammausbringung mit drei Kammern gewählt. Diese erste Anlage wird ausschließlich für den Dung aus den krankenhauseigenen Kuh- und Schweineställen eingesetzt. Das Biogas wird in der Krankenhausküche und der Wäscherei verwendet. Zur Pufferung wird zusätzlich ein Schwimmtank mit 10 cbm Inhalt eingesetzt, der später den Anschluss weiterer Digester ermöglichen soll.

Aus dem Dung von 10 Kühen und 20 Schweinen wird eine Gasausbeute von täglich etwa 7 cbm Biogas erwartet. Der dabei entstehende Faulschlamm wird benachbarten Pflanzungen zur Düngung zugeführt. Das Projekt konnte in sechs Monaten Bauzeit realisiert werden. Die Kosten für die Biogasfestdomanlage betrugen ohne Schwimmtank und Gasleitung etwa 6.000 €.

In einem späteren Projekt sollen die Abwässer des gesamten Krankenhauses gesammelt und einer weiteren Biogasanlage zugeführt werden. Dem Faulraum sollen auch die organischen Krankenhausabfälle zugeführt werden. Aus dieser zweiten Anlage werden täglich weitere 15 cbm Biogas erwartet.